Neuer Trend in Deuschlands Küchen: Ich mach’s mir selbst!

In immer mehr deutschen Restaurants kochen die Köche in Ermangelung von Gästen nur noch vor Wut. Denn der Trend in Sachen Essen und Trinken geht langsam aber stetig in Richtung Kochen am heimischen Herd. Selbst kulinarische Geschmacksknospenöffner wie der Grillstand Ecke Bahnhofsstrasse “Zum fettigen Fred” werden von Existenzsorgen geplagt. O-Kommentar Grillbesitzer Fred K.: “Wenn mir weiterhin die Kunden ausbleiben, dann mach’ ich Selbstmord. Dann ess‘ ich meine Würste selbst !”

Ursachen für diesen Gastronomie gefährdenden Trend sehen Fachleute vor allem in der starken Präsenz von Fernsehköchen auf allen Kanälen. Diese suggerieren dem ausgehungerten Zuschauer, dass sich selbst mit den schäbigsten Kühlschrankinhalten noch passable und zum Verzehr geeignete Gerichte herstellen. Ja, sogar aus einem halbvollen Glas Nutella und einem grün gefärbten Leberwurstzipfel zaubert so ein kochlöffelschwingender Copperfield für Bratpfannen wie der Tim Mälzer locker ein 3 Gänge Menü für 12 Personen.

Doch am erstaunlichsten scheint, es greifen immer mehr Männer zu Suppenkelle und Bratenwender. Doch diesmal aber nicht um die eigene Frau zu vertrimmen, nein, sie wollen den Gaumen ihrer Liebsten mit selbst bereiteten Speisen verwöhnen. Auch wenn in vielen Fällen der Geist wohl willig, das Fleisch auf dem Teller aber wohl eher sehr schwach gerät.

Denn von 100 befragten Frauen gaben 27 Prozent auf die Frage: “Sind Sie mit den Kochkünsten ihres Mannes zufrieden?”, die Antwort: “Im Prügeln ist er besser.” 15 Prozent antworteten: “Der Schwanz meines Liebhabers ist leckerer.” Und 58 Prozent gaben an: „Ich habe keinen Geschmack. Oder haben Sie etwa meinen Mann nicht gesehen ?”

Fernsehköche der ersten Stunde zeigen sich begeistert. So auch Alfred Biolek: “Ich finde es toll, dass so viele junge Männer den Gang in die Küche wieder wagen. In meinem Schlafzimmer ist es ja eh’ immer zu eng!”

Unverkennbar ist auch, der Deutsche kocht wieder gesünder, vor allem fettärmer. Selbst in den wohl eher traditionellen niederbayrischen Schankwirtschaften sind Schweinshaxen und Brathähnchen aus Tofu auf der Speisekarte keine Seltenheit mehr. So steht die Meinung eines 73-jährigen Hobbykoches aus Berlin “Bei mir kommt nur ganz junges Gemüse auf den Küchentisch!” wohl für viele gesundheitsbewusste Laienköche der Bundesrepublik.

Besonders die asiatische Küche hat es den Deutschen angetan. So besaßen laut Bundesamt für Statistik im Jahre 2004 22 Prozent aller deutschen Haushalte einen Wok, aber nur 17 Prozent eine Bettpfanne. Darüber zeigt sich auch der Leiter eines Hamburger Tierheimes sehr erfreut: ” Wir sind sehr glücklich, dass die Deutschen so ein großes Interesse an asiatischen Speisen entwickelt haben. Wir allein würden ja mit dem Problem streunender Katzen und Hunde überhaupt nicht fertig!”

So bleibt den Restaurantbesitzern nur die Hoffnung, dass sich ihre ehemaligen Gäste darauf besinnen, dass eine im Restaurant erworbene qualitativ hochwertige Fischvergiftung einen viel höheren Erinnerungswert hat, als heimisches Töpfe und Pfannen schrubben.

Nur Grillbudenbesitzer Fred K. sinniert weiter verständnislos über das Ausbleiben seiner Kunden: “An der Hygiene kann es nicht liegen. Ich habe ja keine.”

 

3 Antworten zu “Neuer Trend in Deuschlands Küchen: Ich mach’s mir selbst!”

  1. sixpack6 sagt:

    Kann man in Bettpfannen auch braten, und wenn ja, welches Öl ist das Beste?

  2. admin sagt:

    Prinzipiell ja. Am besten Nussöl. Die hangen ja schließlich schon einmal drinne.

  3. kolumnistenschwein.de » Blog Archiv » Wenn von Fünf Sternen nur zweieinhalb übrig bleiben sagt:

    [...] Euro darstellt, zu jenen Gewürzen, die in meinem Haushalt, in dem zumeist nur der Schmalhans Küchenmeister ist, die im Gewürzregal nur durch eine freie Lücke repräsentiert werden. Ich gestehe, ich wollte [...]