Prolog
Es gibt Dinge im Leben, die lohnt es einfach nicht zu tun, da der Aufwand an Zeit und Kosten den Nutzen ums Zigfache übersteigen würde, und in Zeiten immer knapper werdender Ressourcen, da heißt es Moneten und Minuten zusammenzuhalten, denn es hat ja schließlich nicht jeder einen Monet oder gar ein Stundenhotel auf der hohen Kante liegen.
So werde ich wahrscheinlich nie nach Spanien zum Doktor Eufemiano Fuentes fahren, nur um mir mein Blut von ihm fürs Fahrradfahren auf Vordermann bringen zu lassen, weil es sich ja für die samstägliche Fahrt zum Bäcker kaum lohnt, denn es sind nur gut 800 Meter, auch wenn ich der Ehrlichkeit halber zu geben muss, mich reizt der Gedanke ungemein, wie Erik Zabel die enge Einbahnstrasse zum Bäckerladen hoch zu sprinten, so rasant schnell, dass ich, wenn ich um 8 Uhr morgens losfahre, schon 5 vor 8 dort bin, und dort noch in aller Ruhe meine hochgezüchteten Waden runter kühlen kann, damit sie mir nicht zwischen Sesambrötchen und Mohnzopf explodieren.
Doch das Missverhältnis zwischen den horrenden Summen, die ich für meine getunten Gliedmassen berappen müsste, und meinem minimalen Zeitgewinn beim morgendlichen Schrippen holen, lässt erahnen, dass, wäre die Ökonomie ein Rennpferd, ich große Summen darauf setzen würde, denn Geld dafür herauszuschmeißen, nur dass die werte Gattin überpünktlich ihre Brötchen bekommt, da kann man es ja auch gleich der CDU spenden. Weil, beide sind vom Wesen her so beschaffen, dass sie einem Arm samt halber Schulter ausreißen, sobald man ihnen nur den kleinen Finger zeigt. Was im Detail bedeutet, dass ich weder bereit bin, auch wochentäglich nach krossen Brötchen zu radeln, und auch nicht CDU zu wählen, nur weil ich einmal dieses hier tat.
Und die Ökonomie ist eben auch der Knackpunkt bei den Radprofis der Tour de France: die müssen einfach dopen, damit sie gewinnen, um mit der gewonnenen Kohle das Dope bezahlen zu können, mit deren Hilfe sie gewinnen. Man kann auch sagen, sie versuchen halt mit allen möglichen Mitteln die Kosten runter zu fahren. Mir selbst waren die Helden der Berge schon immer etwas suspekt, denn was soll man denn auch wie bescheuert die Pyrenäen hochfahren, wo es doch da oben wahrscheinlich nicht mal einen Bäcker gibt?! In diesem Sinne kann sich ja Jan Ullrich nun bequem zurück lehnen und sich seine Brötchen selber backen. Auch wenn diese nun um etliches kleiner ausfallen dürften.