Welcome, German Motherfucker!
Befragt man den nichtdeutschen Weltenbürger hochnotpeinlich, was er denn so vom Deutschen im Allgemeinen und Besonderen halte, so wirft er unter Garantie in den vielfältigsten Sprachen mit solchen Begriffen wie “Zuverlässigkeit„, „Umgänglichkeit“ und „Geselligkeit“ um sich, so dass es den umschmeichelten Meiers, Müllers und Schulzes nur so eine Freude ist.
Kein Wunder also, dass Menschen „Made in Germany“, wenn diese mit solch leckeren Attributen geschmückt, auch gerne mal entführt werden. Denn wenn man schon wildfremde Leute in dem eigenen Keller oder der eigenen Höhle verstecken muss, dann sollten diese doch bitteschön auch von vornehmsten Charakter sein, denn Gastfreundschaft bedeutet ja im Prinzip nichts anderes, als, dass es stets so aus dem Wald heraus schmettert, wie man selbst in diesen hineinstottert. Und eine deutsche Geisel, der der Ruf vorauseilt, die Person gewordene Zuverlässigkeit zu sein, zaubert selbst unter die dunkelste Burka ein überaus helles Lächeln.
Denn zuverlässige Geiseln sind nun einmal das Salz in jeder Erpressersuppe, weil, wenn die sagen, sie gehen zum Aufbauen und Helfen am Soundsovielten nach Opiumnistan, dann gehen sie auch zum Aufbauen und Helfen am Soundsovielten nach Opiumnistan. Und dann braucht der Vollzeitterrorist sie dort einfach nur noch einsammeln, ins Stacheldrahtkörbchen legen und warten, bis Onkel Steinmeyer mit den dicken Scheinen winkt. Und Umgänglichkeit und Geselligkeit sind auch äußerst willkommene Charaktereigenschaften, denn schließlich kommt eine Geisel selten allein, und dann heißt es eng zusammenrücken und einen freundlichen Skat gedroschen, und nicht etwa den diabeteskranken Leidensgenossen. Denn sonst werden die trotz Zucker ratzfatz stinkesauer, was auf engstem Raum sehr schnell zu ziemlichen Spannungen führen kann. Und dann ist es mit dem Altruismus natürlich ganz schnell Essig.
Darum: wenn auch selbst in Beduinenzelten solche Gassenhauer wie „Nimm mich jetzt, auch wenn ich stinke“ Abend für Abend am offenen Feuer zu Handtrommeln und Mokka gekrächzt werden, so muss man dem unbedarften Aufbauhelfer und der Geisel in spe unbedingt mit auf den sandigen Weg geben: charakterlicher Mief wird dort weit weniger geschätzt. Außer, es stellt sich heraus, der entführte Deutsche ist ein Däne. Denn wer jemals einen König mit dem Namen „Olaf der Dreiste“ als Vorgesetzten hatte, vom dem erwartet man ganz einfach keinen guten Charakter.
Bumm.
27. Juli 2007 um 13:27
Hahaha, das war einfach köstlich, der perfekte Weg ins Wochenende zu gehen.
27. Juli 2007 um 19:00
Ein Wort – saustark.
brezelbuh