Alles in Butter?!

Natürlich ist Grillen mindestens ebenso gesund, wie mit langen, metallenen Rouladennadeln in den Ohren herum zu stochern. Aber was will man denn auch machen, schließlich ist der Mensch nur ein Besteck benutzender Aasfresser, und sich gegen die eigene Natur zu stellen, da bin ich wahrscheinlich wie die Mehrzahl meiner Artgenossen einfach nicht Manns genug.

Und natürlich bin auch ich des Wissens habhaft, dass nicht in allen Ländern dieser Erde das Benutzen von Besteck zur Esskultur gehört, wie zum Beispiel in vielen islamischen Staaten, wo als Essgeräte nur die guten alten Pratzen, Pfoten oder auch Wichsgriffeln herhalten müssen. Was natürlich auch der notorisch nörgelnden Umwelt gut gefällt, da man fettige Hände nun einmal nicht in die gewaltige Ressourcen fressende Spülmaschine packen kann. Wenn man jetzt mal von den schmutzigen Pratzen absieht, die der schwertschwingenden Scharia zum Opfer fallen. Allerdings muss ich zugeben, ich habe noch nie davon gehört, dass die abgehackten Hände vom Scharfrichter danach noch in die Reinigung gegeben werden, so nach dem Motto, dass eine Hand ja schließlich die anderer wäscht. Was mich nun neugierig bis in die Haarspitzen fragen lässt: was machen die da unten eigentlich mit den ganzen amputierten Gliedmaßen? Oder wird im Morgenland etwa genauso gern gegrillt, wie im holzkohlesüchtigen, geografischen Gegenpart? Putzig finde ich allerdings auch, dass im Orient vielerorts nur mit der rechten Hand gegessen werden darf, weil die Linke als unrein gilt. Solche Aussagen kannte ich nämlich bisher nur von der CDU/CSU-Fraktion.

Doch es ist doch eigentlich auch nur von geringem Gewichte, wie man sein Stück gegrilltes Fleisch nun zu verputzen gedenkt, ob mit bloßen Händen, oder mit dem von Oma geerbten Silberbesteck, höre ich nun den einen oder anderen Gesundheitsapostel mir schroff in die behaarten Ohren raunen. Denn Fleisch sei, was seine Rangliste in Sachen Ungesundem beträfe, von überaus großem Übel. Dies mag ja stimmen, wenn man einen Blick in die Darmkrebsstatistiken von Argentinien wirft, wo Fleisch quasi das einzige Nahrungsmittel ist, was im Detail bedeutet, dass Babys in Buenos Aires Steaks bereits schon aus der Flasche nuckeln, und auch Nutella und Nimm 2 und Onkel Dittmeyers: alles wird dort nur aus Rindfleisch hergestellt.

Doch diese Tatsache allein ist als Indiz, dass der Verzehr von Fleisch bei weitem ungesünder sei, als die alleinige Ernährung mit Vegetarischem, aus einem Holz geschnitzt, welches sich bei genauem Betrachten als recht wurmstichig erweist. Denn dass Vegetarier so alt wie Methusalem werden, enttarnt ein Blick auf meinen glühenden Grill als eine der großen Legenden unserer Zeit. Denn über der glimmenden Holzkohle brutzeln blutige Stücke von Rind und Lamm. Beides Vegetarier. Aber sehr alt geworden sind sie dennoch nicht.

Doch worauf ich eigentlich hinaus will seit Zeile 1, ist, dass ich als bekennender Aasfresser sehr erbost darüber bin, dass Butter ab 1. August dieses Jahres um bis zu 40 Prozent teuer werden soll, mit der Begründung einer verstärkten Nachfrage aus Asien. Denn für mich gehört zu einem gut gegarten Fetzen Fleisch immer ein fetter Batzen Knoblauchbutter. Doch will mir nun nicht in den Thüringer Kopf, warum dieses zu einem exorbitanten Kostenfaktor werden soll, nur weil in China oder Indien plötzlich ein Run auf den leckeren Rahm unserer Milchkühe eingesetzt hat. Genauso unverständlich und kaum zu erklären wäre ja wohl, wenn in Deutschland die Fernsehgebühren steigen würden, nur weil man feststellte, dass im Sternbild Proxima Centauri kleine grüne Männchen immer ZDF schauen, weil es da oben ja sonst nicht viel zu lachen gibt. Und dazu stochern sie sich mit langen, metallenen Rouladennadeln in ihren großen, grünen Ohren herum. Was gleichfalls sehr ungesund ist.

3 Antworten zu “Alles in Butter?!”

  1. Seb sagt:

    Der Teil mit Vegetariern/Älter werden gefällt mir sehr :)
    Ich leider auch ziemlich unter jenen sendungsbewußten Menschen, deren Vegetarismus schon quasi-religiöse Ausmaße angenommen hat….

  2. comicfreak sagt:

    ..ich habe sehr gelacht, als der Radiosprecher verlauten lies, dass das Pfund Butter jetzt statt 79 Cent ganze 119 Cent kosten soll.
    Wüsste gerne, in welchem Billigschuppen der einkauft, habe Butter noch nie für 79 Cent gesehen, weder im Angebot noch in der Kühltheke.

    Die streichzarte Landliebe kostet eh 129 Cent, sogar hier, in der Hartz-IV-Hochburg; dafür bei aldi das Pfund Lende für 399Cent, aber darüber spricht niemand..

  3. admin sagt:

    @comicfreak
    Ich hatte auch mal ‘ne Landliebe, die war aber nicht gerade streichzart. Aber ich glaube, DAS gehört nicht hier her!

    @Seb
    Ja, es ist schlimm, wenn man am oberen Ende der Nahrungskette heimisch ist. Ich habe nun einmal ein Allesfressergebiss, und werde diese auch dazu nutzen…