Archiv für Oktober 2007

Was ich mir schon immer mal aufs Shirt drucken lassen wollte (14)

Montag, 15. Oktober 2007

Auch Unruhe stiften kann dem Gemeinwohl dienen.

Grün ist die Hoffnung, aber nicht farbecht

Donnerstag, 11. Oktober 2007

(Für Eva H.)

Denken ist eines der denkbar undankbarsten Tätigkeiten überhaupt. Denn wie schnell kann es passieren, dass die Neuronen sich im Hirne verlaufen und Bumms!, schon hat man sich unbedacht verdacht. Und dann sitzt das Publikum johlend und keifend im Auditorium und lacht sich einen Ast und klatscht sich im Takte zu „Oh‘ wie ist das schön …“ auf die feisten Schenkel!

Leider ist die Selbsterkenntnis der eigenen Trottelhaftigkeit durch eben selbige blockiert, und Dummheit ist nun mal ein äußerst fester und belastungsfähiger Riegel. Denn hat man selbst eine große Kanne vom Zaubertrunk der Ignoranz und des Deppentums bei seiner Geburt verabreicht bekommen, so ist man zwar dumm wie das sprichwörtliche Brot, doch hindert dieses einen aber keinesfalls daran, frohgemut und stuhlbeinschwingend die Podeste der Verlautbarung zu erklimmen, um von dort aus kund zu tun, was man, wäre man intellektuell weit aus besser bestückt, tunlichst unter dem Mantel des Schweigens verstecken würde!

Und hat man zudem das große Glück, dass die Zuhörer- und Zuleserschaft gleichfalls zu jener Gruppen gehört, welche die Gene der Einfaltspinselei seit Zeugung ihrer selbst in sich spazieren trägt, so steht einem stimmungsvollem Abend aber auch reinweg gar nichts mehr im gemütlichem Wege. Denn gleich und gleich gesellt sich nun einmal gern, verklumpt auf Propagandapartys regelrecht, und wo die meisten der anwesenden Denkzentralen weitgehend kahl und unmöbliert, da ist der mit Stuhlbein in der Hand doch ungekrönter König!

Doch wir wollen die Dummheit nicht voreilig geißeln, denn wer nur genau hinschaut, wo es genau hinzuschauen gilt, der wird erkennen, es sind nicht nur die Schlichten, die Unbedarften, sondern leider auch mehr als nur oft die oberschlauen Eierköpfe, welche bis zum Erbrechen kreativ in die Suppe des Lebens spucken, bis diese selbst im vor Hoffnung triefenden Dunstkreis der Jungen Katholiken als hochgradig ungenießbar gilt.

Man denke beispielsweise nur an Herrn Nicolaus August Otto, den Erfinder des gleichnamigen Motors, dank dessen Kohlendioxidausstoßes unsere Wintergarderobe alsbald nur noch aus Badehose und Eis am Stiel besteht. In vielen Bundesstaaten der USA stehen auf Analverkehr hohe Gefängnisstrafen. Dank Nicolaus August Ottos Erfindung ist bald die ganze Welt im Arsch. Doch der kam nie in den Knast. Der bekam die Ehrendoktorwürde.

Oder Thomas Alva Edison, welcher vor Kreativität schier aus allen Nähten platzte und deshalb notgedrungen die Glühbirne erfinden musste, welche aber statt Licht vor allem nur Wärme produziert. Was uns aber bei der derzeitigen Klimaerwärmung gerade genau so recht kommt, wie ein erbsengroßer entzündeter Pickel am Augenlid, wenn für Abends 20 Uhr ein romantisches Date im Kalender steht. Und deshalb startete der König von Australien einen Scheinangriff auf Alvas Erfindung, was mir ungefähr genauso genial erscheint, als würde man, wenn das Kind schon lange im Brunnen liegt, anordnen, dass massig nachlaufende Grundwasser versuchen mit einem Zewa Wisch&Weg-Tuch aufzutitschen, das Kind aber im Brunnen zu belassen.

Man braucht also auch nicht allzu besonders helle im Kopf zu sein, um zu erkennen, dass alleinig das, was unsereins den Fortschritt nennt, statt uns das Leben angenehm zu verzuckern, zu versüßen, wahrscheinlich nur dazu taugt, uns dieses kräftig zu vergällen. Auch wenn es sicherlich nicht immer sehr angenehm wäre, statt im Schein von Straßenlaternen mit einem Mercedes-Kombi, verstorbene Angehörige per Sackkarre oder Rikscha im mageren Lichte von Fackeln bis zum Friedhof zu karren. Doch sollte uns die bis aufs Blut gemarterte Atmosphäre uns dieses nicht allemal wert sein? Denn schon von Luft und Liebe allein zu leben, ist Überlebenskunst vom Feinsten, doch nun auch noch die Luft vom Speiseplan zu streichen, lässt selbst Magersüchtige blass zur Tortenschaufel greifen.

War also, in Erinnerung des vorherigen Absatzes, der kambodschanische Menschenschinder Pol Pot, welcher allen Fortschritt, also auch Glühbirnen und Kfzs, für tabu erklärte, in der Tiefe seines schwarzen Herzens vielleicht nur dunkelgrün? Pol Pot – der Renate Künast der Tropen? Schließlich ist es vom ökologischen Standpunkt aus betrachtet doch durchaus sinnvoller, wenn sich der Mensch auf dem Acker zu Tode ackert, als mit einem 30-Liter-pro-Kilometer-Pickup über die Autobahn zu brettern, nur um mal in einer anderen Stadt Hamburger mit Hackfleisch aus der Massentierhaltung zu verdrücken.

Nur einmal angenommen, dass Mutter Natur in einem kleinen anheimelnden Reihenhaus ihre Leben fristet, so hat sie im in Biedermeierstil eingerichteten Wohnzimmer ein kleines bequemes Kanapee stehen, und darüber ein von ihr selbst bestickter Wandteppich, auf welchem man, in Anbetracht der menschlichen Zivilisation,  dass leicht abgewandelte Zitat von General Sheridan lesen kann:

„Nur ein toter Mensch ist ein guter Mensch.“

Doch diese Behauptung scheint mir genauso dumm zu sein, wie mein rhetorischer Missgriff, Australien einen König unterzujubeln. Doch zu meiner Entschuldigung: Ich kann nichts dafür, denn auch an mir ist der große Kelch, gefüllt mit dem Zaubertrank der Ignoranz und des Deppentums, leider nicht großen eiligen Schrittes vorbei gegangen. Doch dieses sollte uns nicht schrecken, denn wie bereits in diesem Text erwähnt, kann auch mit Schlauheit geschlagen von großem Übel sein. So sollten Sie, wenn sie mal wieder einem Menschen begegnen, der allem Handeln und Wandeln nach so dumm wie ein Brot scheint, sich ruhig mal eine dicke Scheibe davon abschneiden.

Was ich mir schon immer mal aufs Shirt drucken lassen wollte (13)

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Selbst an der reich gedeckten Tafel des Aufschwungs reicht es für viele nur für Pustekuchen.