Archiv für November 2007

Einen Citroen bitte. Aber flambiert!

Dienstag, 27. November 2007

Paris brennt. Mal wieder. Also nicht die Hotelerbin, sondern die Stadt. Eine willkommen Gelegenheit, einen alten Text aufzuwärmen(!), welchen ich zu gleichartiger Okkasion im Jahre 2005 aus meinen Hirnlappen wrang.

Einen Citroen bitte. Aber flambiert!

Die morgendlichen Nachrichten auf Deutschlandfunk-Kultur vermögen es nicht mir meinen Frühstückskaffee kohlenhydratreich zu versüßen, so dass ich auf 4 gehäufte Teelöffel Zucker zurück greifen muss, wobei ich mir aber nun gar nicht mehr so sicher bin, ob man in dieser Konstellation überhaupt noch Teelöffel sagen darf. Denn streng betrachtet müsste dieses Utensil doch nun eigentlich Kaffeelöffel lauten. Doch wie weiter wenn ich, um den Abwaschturm nicht ins Unbesteigbare wachsen zu lassen, den Löffel nur abzutsche, um ihn an meine Gattin weiterzureichen, damit sie auch ihren Sonntagsfrühstückskaffee, welcher aber wegen ihrem überempfindlichen Magen nur aus Kamillentee besteht, umrühren kann – ist es dann nicht automatisch wieder ein Teelöffel? Schwierige Frage. Denn ein Teeei, welches man mit Motten befüllt, wird ja auch nicht zwangsläufig zur Mottenkugel. Ich gebe zu, dies ist ein denkbar schlechtes, weil sonderliches Beispiel. Denn kein Mensch macht mehr Mottenkugeln selbst, seitdem diese einem in jedem Drogeriemarkt hinterdrein geworfen werden, nebst CD-Rohlingen und Batterie-Spar-Packs, so dass man die Schilder “Achtung – Helmpflicht!” im Eingangsbereich der Schlecker-Filiale keinesfalls ignorieren sollte. (Natürlich sind keinerlei “Achtung – Helmpflicht!” – Schilder im Eingangsbereich der Schlecker-Filialen angebracht, aber in Anbetracht der nachgeworfenen Waren wäre es ganz sicher angebracht!)

Doch Kaffeelöffel hin, Teelöffel her, dass mit Koffein angereicherte Heißgetränk mundet mir um Klassen besser, als die Nachrichten, die ein monoton klingender Sprecher in den sonnigen Spätherbstäther hüstelt, denn sie verkünden mir weit weniger als froh, dass in Frankreich, dem Land in welchem angeblich Rotwein und Käse fließen, wegen Unruhen unter Jugendlichen nächtens Hunderte von Autos brannten.

Ich war als Kind auch sehr unruhig, wenn nicht gar hyperaktiv, doch nie, nie kam es mir in den unreifen Sinn, meines Nachbars hart ersparten Trabant abzufackeln. Nicht einmal sein Handwagen, geschweige denn der Kinderwagen seiner Tochter, ließen mich zum Pyromanen werden. Und dass, obwohl ich dermaßen zappelig war, das es von mir nur arg verwackelte Aufnahmen als Heranwachsender gibt.

Ja, ich könnte es sehr gut nachvollziehen, dass man, parkt man ein Fahrzeug namens Renault oder Citroen in der Garage, des öfteren mit Kanister und Feuerzeug in dieser steht, dicksten Schweiß auf der Stirn, dass Original-Zippo-Sturmfeuerzeug in der zitternden Hand, um dem französischen Automobil benzingetränkte Sterbehilfe zu leisten. Aber um Gottes Willen doch nicht etwa weil man unruhig ist. Dagegen trinke man doch lieber Baldriantee mit Rum. Oder noch besser: Rum mit Baldrian. Denn wenn französische Autos zu verbrennen der inneren Ruhe dienlich wäre, so hätte ich doch sicherlich die eine oder andere medizinische Abhandlung über diesen gar wunderlichen Effekt in der Apothekenumschau gelesen. Und es gäbe Molotovcocktails auf Rezept. Tolle Vorstellung. Kann ich vor lauter innerem Jucken im Kopf mal wieder nicht einschlafen, schnappe ich mir Benzin und Fackel, klingle beim Nachbarn und rufe hinauf: “Herr Müller, ich brenn’ mal schnell ihren Citroen nieder. Ich kann nämlich nicht einschlafen.” “Jaja”, schallt es aus dem 3.Stockwerk zurück, “und wenn’s nicht hilft, auf der anderen Straßenseite steht noch der Renault meiner Alten. Gute Nacht!”

Vielleicht sind ja die französischen Jungpyromanen ganz einfach nur unglücklich. So ganz ohne Arbeit. Und ich frage mich, während ich meinen ebenfalls leicht angebrannten Toast mit Pfälzer Leberwurst bestreiche und der Deutschlandfunk leicht verdaulichen Johannes Strauss zum Besten gibt: wer weiß – wenn man ihnen Arbeit gäbe, 40 Stunden die Woche, und dass auf Thüringer Lohnniveau – was dann wohl erst alles in Flammen aufgehen würde! Da können sich die Franzosen mal ruhig eine gehörig dicke Scheibe vom Thüringer abschneiden: Trotz staatlich sanktioniertem Sklavenhandel, ist dass Einzige was in Erfurt brennt, an jeder Ecke ein Rost!

Dabei, wenn wir Deutschen einmal kokeln, dann aber richtig. Denn wir sind nicht nur Weltmeister im Export, nein, einst waren wir es auch im Verbrennen von Hexen und Büchern. Bücher sind aus Papier und Papier aus Holz und Hexen aus Mensch. Soll heißen, alles nachwachsende Rohstoffe. Nur beim Auto, welches ja mühsam am Band zusammengeschraubt werden muss, da hört für den Bundesbürger der Spaß beim Flambieren auf. So ist es auch laut Grillweltmeister Fuchs, welcher übrigens auch aus Thüringen stammt, ein übler kulinarischer Fehltritt, neben Brätl und Bratwurst, Breitreifen und Auspufftopf auf den Holzkohlegrill zu legen.

Doch hinweg, Trübsal und Schwermut! Denn noch habe ich genug Zucker, um mir den Tag zu versüßen. Und Staaten, die Atombomben und Legionäre horten wie Oma Hedwig Kissenhüllen, habe ich nicht vor mit meinem Ford-Fiesta jemals zu befahren. Und sollen die Franzosen ihre Suppe doch selbst auslöffeln, so wie ich die pralle Pampelmuse, mit der ich mein opulentes Frühstück kröne. Und dazu kredenzt mir der Deutschlandfunk Nachrichten aus aller Welt, die auf allen regionalen Privatradiosendern grundsätzlich nur daraus bestehen, mir alle dreieinhalb Minuten zu verkünden, nur bei ihnen spiele man die größten Hits. Doch wehe Dem, der seinen Glauben leichtgläubig an Antenne Thüringen oder auch Landeswelle verschenkt, und vor’m Radio Stunde um Stunde, Tag für Tag auf das Versprochenen lauert, den ihm drohen Dehydrierung und große Hungersnot! Weil, sie bringen nur Werbung und kichernde Moderatorinnen, und Musik, die mit Hits so viel am Hut hat, wie der bereits erwähnte Kaffeeteelöffel mit einer Großküchensuppenkelle.

Doch was mein Privatradiozuhörerfass einst endgültig überlaufen ließ, war die Tatsache, dass eine Moderatorin von einem “Trallalla-Hahaha-Sender” zum anderen wechselte, mit der Begründung, nur dort spiele man die beste Musik. Grundgütiger! Hätte sie gesagt, sie hätte die Firma gewechselt, weil man ihr dort das pointenlose Gegacker mit einem weiteren 100-Euro-Schein vergolde. Oder weil der “Programm”-Chef sie in jeder Mittagspause bewusstlos vögelt. Ich hätte verständnisvoll genickt. Aber die Behauptung, Bon Jovi und Nena wären Musik, sollte jeden kritischen Radiojunkie das Küchenfenster weit aufreißen lassen, um mit lauter Stimme Richtung Paris zu rufen:

“Hey, ihr jungen Heißsporne, ihr verbrennt die falschen Autos!”

Gedanken aus einem Totensonntagkopf

Sonntag, 25. November 2007

Nun, wo die Schatten der Nächte lang und kühl bis in die Mittagsstunden der darauffolgenden Tage fallen, und die herbstlichen Winde in den Bäumen der Alleen und Plätze energisch alles Geäst vom Blattwerk befreien, da geht in solch kopfhängerischer Natur garantiert wieder der eine oder andere Blick depressiv veranlagter Mitbürger gen im Nebel schwebender Baumkronen, um mit gleichfalls getrübtem Auge kritisch zu überprüfen, ob die Äste eventuell ja auch kräftig genug sind, um einen bundesdeutschen von der Fast-Food-Industrie gemästeten Menschen ja auch tragen zu können. So, als hätten die herabgefallenen Früchte der Kastanien, welche nun auf den eisigen Gehsteigen unter aufgeplatzter Schale ihr wahres Ich offenbaren, in den lokalen Tagesanzeigern annonciert, dass sie Erhangene für die nun nackten Bäumen an ihrer statt als Stellvertreter suchen. Und an den suizidalen Vorhaben meiner Mitbürger gibt es ja auch aus Sicht der puren Vernunft rein überhaupt nichts dran zu rütteln, sobald man die dazuführenden Gründe auch nur gründlich genug gedanklich hinterfragt. Denn schon mein Lieblingsphilosoph Albert Camus hatte ganz klar erkannt, dass man, sobald man sich überhaupt erst einmal dazu aufrafft nachzudenken, vom Nachdenken, Grübeln und Kopfzerbrechen vollkommen ausgehöhlt wird. Und, liebes depressives Fußvolk: wer will schon als Hohlkörper durch den Rest seines Lebens gehen, wenn man jetzt mal die stanniolumwickelten Weihnachtsmänner aus Schokolade außen vorlässt. (Wobei die Problematik, was denn nun eigentlich zuerst da war, der Gedanke oder der Strick, mir, genau wie die verzwickte Sache mit dem Huhn und dem Ei, schon etliche schlaflose Arbeitstage bereitete!)

Natürlich bieten sich da Herbst wie auch nachfolgender Winter als der optimale Background für einen Selbstmord an, denn im Frühjahr und Sommer mag doch nun wirklich niemand allzu gerne beerdigt werden, weil es die Dramatik des Todes doch mit Macht an den Rand der Lächerlichkeit drängt, und teils sogar darüber, wenn Frauen in Tops mit Spagettiträgern und Flipflops an den Füßen und Männer in Hawaiihemden und Baseballkappen mit eingearbeitetem Miniventilator auf dem Kopf dem Sarg sonnengebeutelt hinterdrein schwitzen.

So wie bei der Beerdigung meiner just im August des Jahres 1977 verstorbenen Oma Frieda, an der auch eine bis aufs sowieso schon kochende Blut aufreizende Cousine väterlicherseits teilnahm, in welche ich mich damals hormonell bedingt verguckt hatte. Ihr unendlich tief ausgeschnittenes Sommerkleid, welches sie unpassend der Hitze wegen zur Beisetzung trug, gab die Sicht auf so Dinge frei, die ich zum damaligen Zeitpunkt nur aus meinen nächtlichen Fantasien und aus den Heften im Nachtschränkchen meines Vaters her kannte. Und reale Busen sind gegenüber erträumten naturbedingt natürlich noch viel schweißtreibender, besonders eben im Hochsommer, auch wenn ich glaube, selbst im eisigsten Januar wäre mir bei diesem Anblick der sensomotorische Bereich meines Gehirnes im raureifüberzogenen Schädel wegen Überhitzung geborsten. Und als sie sich dann auch noch außergewöhnlich bedächtig und ausgeprägt lasziv bückte um eine gehäufte Schaufel Sand auf die wohin auch immer gegangene Oma zu werfen, dass war dann wohl der berühmte Tropfen, welcher mein Fass der Erregbarkeit überlaufen ließ. Denn wie ich ihre Brüste da nun baumeln sah – also die von der Cousine, nicht die von Oma Frieda – wie zwei große reife Butterbirnen im September, da gaben meine akzessorischen Geschlechtsdrüsen unter Kumpanei meiner Schwellkörper ihren feuchtfröhlichen Einstand. Und ein Ejaculatio praecox auf der Bestattung frisch verschiedener Angehöriger ist nun einmal nicht unbedingt die notwendige prägende sexuelle Erfahrung, um den Fortpflanzungstrieb heranwachsender Menschen in die rechten moralischen Bahnen zu lenken. Was in meinem Falle konkret bedeutet, dass ich noch heute auf Unterwäsche stehe, welche so schwarz wie die Schleifen der Kränze, die man den in Sachen sozialer Kontakte stets vernachlässigten Verstorbenen über den halben Friedhof hinterdrein schleppen muss.

Froh bin ich dagegen darüber, dass es bis zum heutigen Tage nie zu einem körperlichen Techtelmechtel zwischen mir und meiner brustbetonten Cousine väterlicherseits gekommen ist, denn die Erkenntnis, dass Paarungen entlang der schwammigen Grenze zum Inzest nicht gerade Nobelpreisträger hervorbringen, ist unter Entwicklungspsychologen bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund. Und der Gedanke, ich könne eventuell Nachkommenschaft haben, für welche der Begriff Idioten mitnichten ein Schimpfwort, sondern nur treffende Umschreibung einer alltäglichen Realität wäre, würde mich nicht unbedingt stündlich vor Freude Luftschlangen aus dem häuslichen Fenster des obersten Stockwerkes werfen lassen. Wer will schließlich schon Nachwuchs sein eigen nennen, welcher bei DSDS auftritt oder gar in die Junge Union ein?! Denn es scheint doch in Deutschland gang und gäbe zu sein, dass, wer wegen geistiger Unzulänglichkeit unfähig sich alleinig mit seiner Hände Arbeit zu ernähren, auf die Bühne oder in die Politik drängt, weil dass Maul aufreißen alldieweil viel besser bezahlt wird, auch wenn die Sangesstimme körperverletzend und der Rede Sinn ist geistig Unheil zu stiften, als am Band zu schrauben oder als Bäcker nachts um Dreie in die mit Antirutschnoppen ausgestatteten Puschen springen zu müssen. Und an einem Publikum, dass phlegmatisch Beifall im Takte der Taktlosigkeiten klatscht, hat Deutschland ja unglücklicherweise noch nie großen Mangel gelitten. Soll heißen, es gab und gibt immer irgendwo ein Telefon oder einen Kugelschreiber, um den geistigen Dünnschiss per Votum demokratisch zu legitimieren.

Doch meinen obig beschriebenen Erfahrungen zum Trotze, welche doch hinlänglich beweisen sollten, dass Herbst wie auch beginnender Winter ungleich beerdigungsverträglicher sind als die fette Mallorcaakne hervorbringenden Wonnemonate, muss ich an dieser Stelle meiner Ausführung einfügen, dass auch hier leider das Wort vom Propheten, der im eigenen Lande überhaupt nichts gilt, mehr als nur zutreffend ist. Denn die Assoziation, dass sich in der dunkleren Jahreszeit wegen fehlenden Lichtes und vielleicht unglücklicher Liebe zu großbrüstigen Cousinen weit mehr Menschen aus dem Leben stehlen als in Frühling und Sommer, ist ein einziger Irrweg ist, so falsch wie dritte Zähne. Denn Statistiken beweisen, dass gerade dann, wenn der Jüngling Frühling zum strammen Mannsbild Sommer heranwachsen will, sich die Mehrzahl der vom Leben gesättigten Menschen ums fad gewordene Dasein bringen. Womit der Begriff Frühjahrsbelebung im Grunde genommen ja eigentlich ad absurdum geführt wird. Und für den Normalsterblichen (Ha!) ist es verständlicherweise schwer nachvollziehen, warum der Mensch, hormongetränkt, wie er es im Frühjahr laut ungeschriebenem Naturgesetz nun einmal zu sein hat, statt zu Vaseline und Viagra, lieber zu Strick oder Zyankalikapsel greift. Vielleicht ist es ja so, dass sich besonders poröse Menschen über die ach so lichtscheuen Monate hin regelrecht voll saugen mit der Fäulnis der sie umgebenden Natur, dem Nebel und der Düsternis, dem kalten Hauch des Unausweichlichen, welcher von November bis März allen Frohsinn und Lebensgeist in feinfühliger Fauna und Flora gnadenlos erstickt. Und dann denkt sich dieser hirnmarternden Trübsal blasende Mensch vielleicht ‘Und in drei Monaten vielleicht wieder? Nein, Danke!’ und lässt Grillzange und Pina Colada aus den schwieligen Händen fallen und macht auf den schon vor langer Zeit abgelaufenen Hacken seiner Sandalen kehrt, um sich bei Schlecker eine Überdosis Baldrianperlen zu besorgen.

Doch ganz gleich, ob man nun im Sommer oder Winter beschließt, seinem Leben den Vertrag aufzukündigen, es stehen massig Probleme an, die sich leider nur einen feuchten Dreck darum scheren, ob nun gerade das Mai-, oder etwa das Novembergirl im Pirellikalender oben auf ist. Da wären zum einen die Art, wie man den Löffel abzugeben gedenkt, denn nicht jedem ist es genehm, sich in Kastanienbäume zu hängen, was leider Gottes allzu oft der Problematik einer Kastanienblütenstauballergie geschuldet ist. Erdrosseln und gleichzeitig Niesen ist nämlich eine Kunst, die nimmer das Zeug zur Massenbewegung hat. Und die bereits erwähnten Baldrianperlen sind als Friedensbringer natürlich vollkommen ungeeignet, denn Baldrianperlen sind doch nur absolut tödlich, wenn sie ungefähr so um die 2 Zentner pro Stück wiegen und einem aus einem Flugzeug heraus auf den Kopf geschmissen würden. Auch das Überfahrenlassen durch einen Zug der Deutschen Bahn ist in Zeiten von nie enden wollender Lokführerstreiks eine Gleichung mit mehreren Unbekannten, was dazu führt, dass die Wahrscheinlichkeit, auf den Gleisen eher zu verhungern oder von zentnerschweren Baldrianperlen erschlagen zu werden, doch ungleich größer ist, als die Chance vom Zug überrollt zu werden.

Auch die Kosten der eigenen Beerdigung sollten unbedingt bedacht werden, denn explodieren Preise im Energiesektor lassen nicht nur eh’ schon sehr blasse Witwen in Gedanken an die nun allein zu bewältigenden Heizölkosten noch um einige Lux heller erscheinen, sondern sind auch für viele Krematorienbesitzer tränenreicher Anlass, beim sonntäglichen Familienspaziergang unbedingt Kiepen mitzuführen, um im angrenzenden Mischwald mit Mann und Maus Reisig sowie trockene Tannenzapfen zu sammeln. Und weil eben selbst die lausigste aller Einäscherungen in Deutschland schon mal locker ein paar Tausend Euro kosten kann, gehen immer mehr Deutsche dazu über, ihre Verstorbenen in einem der östlich gelegenen Nachbarstaaten verbrennen lassen. Und wegen den Gewinnen, die sich die deutsche Bestatter nun wegen Kundenflucht gen tschechische Billigbrutzler in die augenblicklich ungenutzte Esse schreiben können, gehen viele Bestatter selbst nach Feierabend noch in Trauer. So versicherte mir erst letztens der Totengräber unseres Örtchens beim gemeinsamen Bier und dem Leben seiner Schaufel, dass er auf dem Mahagonischreibtisch seines Chefs nicht nur ab und an die Praktikantin liegend fand, sondern auch folgende Kalkulation.

Eine Mittelklassebestattung bringt rund 5000 Euro.

Rainer Calmund wiegt ungefähr 137 Kilo.

Der Mensch besteht zu circa 80 Prozent aus Wasser.

Macht bei Rainer Calmund 110 Liter Abwasser.

Der Kubikmeter Abwasser kostet 3,58 Euro.

Das wären bei Rainer Calmund circa 40 Cent Abwassergebühr.

Bleiben 4999 Euro und 60 Cent für die restlichen 27 Kilo.

4999 Euro durch 27 ergibt pro Kilo rund 185 Euro an Kosten.

185 Euro mal 137 Kilo Calmund sind aber 25345 Euro!!!

Macht der Bestatter 20345 Euro nasse!

Und um meinem Bestatter nicht tot auf der Tasche zu liegen, habe ich testamentarisch verfügt, dass ich nach meinem Ableben mit Beton ausgegossen werde, anschließend vom Beton abgeschält und dieser danach mit Blattgold überzogen und mit folgender Widmung versehen an meine Cousine geschickt wird:

„Als deine Brüste gingen

überm Sarg hernieda

und schwer darüber hingen

ward ich gern Oma Frieda.“

Was ich mir schon immer mal aufs Shirt drucken lassen wollte (15)

Sonntag, 11. November 2007

Ein Dispokredit ist der weltweit einzige erfolgreiche Versuch, einem nackten Mann in die Tasche zu greifen.