Offener Brief an Herrn M.
Als ich noch ein Knabe war, mit einer glockenhellen Stimme und einer ebensolchen Haut, da gefiel es meinem um Jahre jüngeren Bruder, während ich gerade im Sandkasten versuchte aus Spucke und Dreck Menschen zu bauen, mir hinterrücks mit einem halben Backstein auf die Fontanelle zu hauen. Und jedermann weiß doch, dass, wenn junge Fontanelle und altes Mauerwerk mit hoher Geschwindigkeit aufeinander prallen, die Fontanelle zumeist den Kürzeren zieht. Und dieses hatte bei mir zur Folge, dass, wer nur genug daran interessiert war, mir, durch das frisch geschlagene Loch in meinem kindlichen Schädel, tief ins Innere blicken konnte. Und wenn ich recht bedenke, ist es in all den Jahren meinem feinen Herrn Bruder nie in den Sinn gekommen, wegen dieser seiner Missetat eine Wiedergutmachung in Form einer Entschuldigung bei mir zu leisten.
Da sollte er sich ruhig mal eine dicke Scheibe von der Evangelischen Kirche abschneiden, von deren Würdenträger im Dritten Reich ja so einige in Adolf Hitler „wahrhaft den Führer von Gottes Gnaden“ sahen, die aber nun in diesem Jahr in den heiligen Kreuzzug gegen den Rechtsextremismus zieht, was ja irgendwie davon zeugt, dass man wohl der Meinung ist, dass man damals auf dem falschen Kirchenschiff Dampfer war. Nun werden eventuell einige meiner Leser meinen, dieses seien doch olle Kamellen und somit längst verjährt; doch genau mit diesen Worten würgt mein feiner Herr Bruder stets und immer die Diskussion ab, wenn ich sie in Richtung meiner Fontanelle lenke. Und dabei ist mein feiner Herr Bruder nicht einmal in der evangelischen Kirche, was ich immerhin als ungemein schuldmindern gelten lassen würde. Schließlich steht doch glaube in der Bibel, dass nur der den ersten Backstein werfen solle, welcher sei ohne Schuld. Und was gibt es schon unschuldigeres, als ein pausbäckiges, in Strumpfhosen daherkommendes Kind?! Im Übrigen ist es mir seinerzeit nicht gelungen, aus Dreck und Spucke Menschen zu bauen, was aber nicht wirklich weiter erstaunlich.
Schließlich kann es nur einen geben.
29. Januar 2008 um 20:39
Endlich weiß ich wo die ganzen Neoliberalen und FDPler herkommen. Du hast sie in deinem Sandkasten gemacht aus Dreck und Spucke. Wahrscheinlcih auch noch extra rechtsdrehend. Avh hätte dir dein Bruder doch. Wieviel Unglück wäre Deutschland erspart geblieben.
Meine Verachtung ist dir sicher, du Schuft.
grinz
29. Januar 2008 um 20:47
Ach, wären sie doch nur aus Dreck gemacht. Eine eiserner Besen wäre schnell gefunden …
31. Januar 2008 um 14:38
Vor die Wahl gestellt, welches das schlimmer Verbrechen sei, Fontanellenzerschmetterung oder Knaben in Strumpfhosen, so stimmte ich, meiner einen leidvollen und bestrumpfthosten Kindheit wegen, ohne zu zögern gegen das unwürdige Beinkleid.
Und was die neonazibekämpfenden Christen angeht, ich sehe es direkt vor mir, wie die Neonazis vor der geballten Macht von Gebet, Gerede und Lichterketten erzittern und sich schleunigst vom Hof macht. Vielleicht sollte ja mal einer die Polen vorwarnen?
31. Januar 2008 um 21:51
Hoff. Er heißt Hoff.