Archiv für März 2008

Aus dem Ei gepellt

Freitag, 21. März 2008

Meine Affinitäten zu Ostern sind, wenn es denn so etwas wie ein Messgerät für subjektive Neigungen gäbe, wohl kaum messbar, da sie selbst für allerfeinste Waagen vom Gewicht her wahrscheinlich viel zu gering. Doch man soll die Feste ja bekanntlich feiern wie sie fallen. Und wenn diese dazu auch noch zwei freie Arbeitstage im Gepäck haben, dann gebe ich doch nicht länger den Widerwilligen, da lasse ich den Miesepeter in mir einfach einen guten Mann sein und hänge mir farbenfrohe Girlanden ins Gemüt. Und Ostern ist ja auch für Ungetaufte wie Unsereins, also solchen Leuten, die, wenn sie es mit dem Kreuz haben, lieber zum Chiropraktiker gehen, als in die Kirche, nicht einmal ansatzweise so belastend, wie beispielsweise für den Papst. Der ja zu solch religiösen Feiertagen wie blöde Überstunden schrubben muss: Mitternachtsmessen rund um die Uhr, Fußwaschungen bis sich die Hornhaut löst, und der ganze klerikale Hokuspokus, und dann ständig nur im Weihrauch, und dabei ist der Ratzinger doch Nichtraucher! Tja, sagt da mit spitzer Zunge, wie sie nur dem Kolibri und dem Zyniker gemein sind, hätt’ er halt was Anständiges gelernt! Dies taugt als Vorwurf natürlich nicht die Bohne, denn schließlich war der Ratzinger ja in seiner Jugend Flakhelfer. Und das ist, wenn zwar nicht gerade ein Traumberuf, so doch aber ein Handwerk, auf das der Herrgott sicherlich mit Wohlgefallen herabschaut.Denn mal ehrlich: was nutzt ihm das schöne Grundstück da oben, wenn ständig Flugzeuge in seinem Vorgarten herum propellern!?

Doch mal Ernst beiseite: was mich brennend interessiert, ist, ob, wenn seine Heiligkeit im Rahmen der Osterfeierlichkeiten die Quanten von 12 seiner Angestellten wäscht, da einer davon auch nur wirklich den Schneid hat, um beim Papst mit tatsächlich dreckigen Füßen anzutanzen.  Also so mit 3 Wochen Socken nicht gewechselt und einer Transpiration der Fußsohlen, die die Feuchtgebiete einer Charlotte Roche wie die Wüste Gobi erscheinen lassen. Und dazu Zehnägel, hart und gelb wie dehydrierte Käserinde. Ich bin zwar ein Ungläubiger, doch glaube ich dennoch, die Antwort auf meine hypothetische Vermutung lautet garantiert: nein. Und ich glaube außerdem, dass der Gedanke des christlichen Osterfestes nicht unbedingt auf felsenfeste Logik gebaut ist. Denn wenn ein Herr J. aus N. nur gestorben ist, um die Erbsünde von der Menschheit zu nehmen, so mag das zwar ausnehmend edel von ihm gewesen sein, doch nehme ich an, dass man Herrn J. aus N. damit strafrechtlich ganz schön übern Tisch von Golgotha gezogen hatte. Schließlich ist Äpfel klauen doch nur Mundraub, und der wurde noch bis vor kurzem selbst in Deutschland nur mit einer Strafe von allerhöchstens bis zu 500 Mark oder 6wöchiger Haft geahndet. Tja, höre ich da wieder die Damen und Herren mit der spitzen Zunge, hätt’ er eben was Anständiges gelernt, zum Beispiel lieber Jura studiert, statt nur Löffelschnitzer zu werden! Doch hier zeigen wir uns zutiefst solidarisch mit der Römisch-Katholischen Kirche und rufen den Zynikern ein lautes und konsequentes “Schnauze!” entgegen! Sollen sich diese Häretiker doch lieber mal um ihre eigenen Fragwürdigkeiten kümmern, wie beispielsweise das Eierfärben, welches sie um Ostern herum, ihrem Unglauben zum Trotze, wochenlang zu ihrer Haupttätigkeit erkoren haben. Denn hätte irgendein allmächtiger Schöpfer, welcher Glaubensgemeinschaft auch immer, bestimmt, dass Eier farbig zu sein haben, dann hätte er doch gemacht, dass Hühner bunte Eier scheißen! Hat er aber nicht. Und darauf hängen wir uns nun farbenfrohe Girlanden ins Gemüt.

Frohe Ostern!

Quo vadis, Metal?

Mittwoch, 19. März 2008

(For Headbangers only, please!)

Wäre nicht die musikalische Beschallung in Lautstärke und Darbietungsform so infam diametral, es ließe sich nicht allein an den torkelnden, sowie an Zeltinnen- wie auch Zeltaußenwände pissenden Zeitgenossen, die zudem allesamt in Sachen Sachen gerne zu Leder und massivem Schuhwerk greifen, erkennen, ob es sich um den Ausflug einer niederbayrischen CSU-Ortsgruppe zum Münchner Oktoberfest, oder aber um ein Metal-Open-Air handelt. Denn ganz egal, ob die Lederhose nun schwarz und knöchellang, oder nur bis zum Knie geht und mit Stickerein und “originalen Trachtenknöpfen” verziert ist, und ob das Schuhwerk nun Kampfstiefel oder aber Bergstiefel heißt: vorm Bierfass sind alle Menschen gleich, so gleich wie ein Ikea-Regal dem anderen, inklusive der bei einzelnen Individuen extrem locker sitzenden Schrauben.

Warum sich das einzelne Subjekt aber nun entweder mehr zu Gamsbart, oder doch eher zu Gitarre und damit erzeugten Riffs hingezogen fühlt, entzieht sich leider meinem fehlenden Psychologiestudium, ich weiß nur, dass ich, seitdem mich AC/DC 1979 mit ihrem “Highway to Hell” angefixt hatten, ich ein verdammter Rock’n’Roll-Junkie bin. Doch mag hierbei die innere Veranlagung eine große Rolle gespielt haben, denn ich musste ja auch um jene Jahre herum immer an jedem Sonntagnachmittag bei meinem Großvater “Ernst Mosch und die Original Egerländer Musikanten” über mich ergehen lassen, dennoch bekam mich die Blasmusik nicht in ihre weichen, dem Intellekt ins Auge stoßende Finger. Und wer nur einmal die Musik von Herrn Ernst Mosch genießen durfte, der wird mehr als nur einen blassen Schimmer davon haben, warum Herr Mosch auf keinen Fall der Namensgeber des gleichnamigen Pits sein kann.

Wie alle Rock’n’Roll-Süchtigen folgte ich den olympischen Idealen “Höher – Schneller – Weiter”, welche allerdings auf die nun von mir favorisierte Klangwelt bezogen “Härter – Schneller – Krasser” lauteten. Auf AC/DC folgten Black Sabbath, auf Black Sabbath Carcass, auf Carcass Krisiun, auf Krisiun Zarathustra: meine Plattensammlung, mein CD-Regal: eine Chronologie der sich steigernden musikalischen Raserei. Den Gedanken allerdings, dass Metal auch nur das Geringste mit Rebellentum zu tun haben könnte, verwarf ich bereits kurz nach Bon Scott’s Tod, denn wenn alle Menschen, die des Suffes wegen verreckt sind, Rebellen, Revolutionäre gewesen wären, so müsste unsere heutige Welt doch definitiv eine weitaus bessere sein.

Besonders dem Black Metal, der sich ja bekanntlich den Nihilismus und die Misanthropie auf die Gitarrenhälse geschrieben hatte, opferte ich so manche dunkle Herbststunde, in der ich, mich bebiertrinkend und Mayhem und Darkthrone per Kopfhörer aufsaugend, all meine Wut auf die Sinnlosigkeit des Seins, meine Verzweiflung, meinen Selbsthass auf meine Umwelt projizierte, und die Vernichtung der gesamten Menschheit plante. Allerdings machte ich trotz meiner bis ins blutige Detail ausgeklügelten Pläne aus meiner näheren Umgebung keine zweiten Killing Fields, was wohl meiner damaligen körperlichen Trägheit geschuldet war, und ich noch nie davon gehört hatte, dass es als Alternative auch so etwas wie Amok fahren gäbe. Heute, um einige Quadratzentimeter Geheimratsecken reicher, weiß ich, dass der wahre Misanthrop nicht angesoffen und mit Funkkopfhörer auf dem Schädel seinen Blätter kehrenden Nachbarn meuchelt; denn wer wirklich abgrundtief alles Menschliche hasst, der studiert fleißig Politikwissenschaft, macht Karriere in der FDP und wird im Nebenjob Waffenlobbyist. Da kriegt man dann das Morden nämlich sogar überaus großzügig bezahlt.

Auch die Problematik des mit dem Black Metal einhergehende Satanismus bereitete mir zunehmend Schwierigkeiten, da ich als Atheist doch an gar keinen Gott glaubte, doch wenn es diesen für mich gar nicht gab, konnte es logischerweise auch nicht seinen von der Bibel zugewiesenen Antipoden geben. Ich löste dieses mir viele schlaflose Arbeitstage bereitende Problem, indem ich den Begriff “Satan” einfach durch “Helmut Kohl” ersetzte, was vielen Songs eine durchaus komische Note verlieh und unzähligen Textpassagen endlich einen klaren und besonders tiefen Sinn gab. Seitdem ich mich allerdings mit der Unvernunft des Daseins so gut wie es eben nur möglich ist arrangiert habe, bevorzuge ich heutzutage Bands a la Amon Amarth, Primordial oder auch Varg, da deren Musik es am Besten versteht, die Sehnsüchte meines gottlosen Naturells zu bestätigen, musikalisch zu beglaubigen, wenn auch nicht endgültig zu stillen. Doch bin ich natürlich stets offen für neue Bands, sofern diese nur kreativ und beseelt genug scheinen, auch wenn ich zugebe, in all den Genre und Subgenre des Metals längst die Orientierung verloren zu haben, ganz zu schweigen vom Überblick über die fast im Minutentakt erscheinenden Veröffentlichungen junger, mehr oder weniger aufstrebender Bands. Metalbands schießen wie Boletus edulis aus von warmen Sommergewittern getränktem Waldboden; spuckst du vom Dach eines Hochhauses, triffst du garantiert den Kopf eines Gitarristen, spuckst du noch mal, dann zu 98 Prozent den Kopf eines grunzenden Shouter, Riffs und Leads en masse und überall: myspace.com sei Dank!

Doch es wird nicht nur auf den Bühnen der Metalclubs enger, auch vor den Bühnen drängelt sich, was vor Jahren dort noch weggedrängelt wurde. So stelle ich mir insbesondere bei Veranstaltungen, bei denen Kapellen des immer beliebter werdenden Paganmetals zum Tanze aufspielen, immer öfter die Frage, nachdem ich einen kurzen Blick in den Saal geworfen habe, ob dies denn wirklich noch eine Metalveranstaltung ist, oder ob es sich doch eher um eine musikalisch umrahmte Schulungsmaßnahme der Nachwuchsorganisation einer Partei, die 1964 wie ein hämisch grinsender Phönix aus der kalten Asche eines Hamburg, eines Dresden und eines Berlin emporgestiegen ist, handelt. Denn wenn ich mir die Shirts, die Patches, die Haarschnitte und die Gesten eines gewissen Anteiles der Gäste betrachte, dann ist mein erster, spontaner Gedanke zumeist ‘Gibt’s das Horst-Wessel-Lied jetzt etwa schon mit Doublebass und in gekeift?!’. Um eines klarzustellen: ich akzeptiere jede politische Meinung, egal wie verschroben mir diese auch meinem Verstand vorkommen mag, solange man mir diese nicht mit Gewalt und Stiefel in meinen Schädel treten will.

Und es kann ja durchaus sein, dass sich gewisse politische Kreise durch die Themen Vaterland, Schlachten, Stolz und Ahnenkult, welche im Paganmetal nun mal eine nicht geringe Rolle spielen, angelockt werden. Doch kann ich mir als gottloser Metalhead nicht vorstellen, dass ich den Gott, den ich zum gleichfalls nicht existenten Teufel schickte, durch einen neuen Götzen ersetzen sollte, dazu, wenn dieser Seitenscheitel und einen extrem hässlichen Schnauzbart trägt. Schließlich trage ich meine Stiefel, um meine Zugehörigkeit zum Metal zu zeigen, und nicht etwa, um mit den schweren Sohlen Richtung Anpassung zu marschieren. Und um diesen illustren Gästen der benannten Metalveranstaltungen mal in die Suppe zu spucken, auch wenn mich das Thema, worauf man denn überhaupt Stolz sein könne, nur noch zwanghaft gähnen lässt, so werde ich aber dennoch nicht müde, darauf hinzuweisen, dass man doch nur darauf stolz sein kann, was man mit den eigenen Händen, dem eigenen Geist erschaffen hat, und nicht auf das, was Urururgroßvater vor Urzeiten mal aus welchen Gründen auch immer so anstellt hat. Da könnte ich ja genauso gut auch auf das Stolz sein, was mein noch ungeborener Urenkel mal zukünftig vollbringen könnte. Was andere Menschen taten, tun oder tun werden ist in keiner Weise (Achtung: Wortneuschöpfung!) bestolzenswürdig. Auch Blutsbande allein sind kein Gutschein für imaginäre Lorbeerkränze.

Und ich glaube außerdem, dass meine Ahnen sich wohl kaum von den Ahnen anderer Völker unterschieden: sie aßen und hungerten, sie soffen und vögelten, strotzten dem Acker mühsam magere Ernten ab, und wenn irgend so einem Majestetix auf seinem Throne nach Krawall war, zogen sie ihr rostiges Schwert unterm Strohsack hervor und holten für den dummdreisten Dödel die Kastanien aus dem Feuer und stahlen nebenbei der erschlagenen Nachbarn Frauen und schändeten deren Vieh.

Und wer sein Vaterland wirklich liebt, der sollte, statt fahneschwenkend und krakeelend über Geschichte heuchelnde Plätze zu ziehen, lieber einen Baum pflanzen und nicht mit seinem Mountainbike durchs Naturschutzgebiet brettern, damit wäre seiner geschundenen Heimat nämlich weit mehr geholfen. Nationalismus ist, man schaue in den Kosovo, niemals Bewegung, sondern stets nur Stillstand, denn Mord und Totschlagen waren noch nie besonders progressiv, sondern nur allzu konservativ und altbacken. Und Hassen war noch nie ausnehmend elitär – hassen tut jeder Dorftrottel, es ist verbreitet wie Akne und fettiges Haar. Doch ein freier Geist, ein unbeugsamer Willen ist stark genug, um sich diesem Hass zu widersetzten. Egal, ob es der in seinem Inneren ist, oder ob er von Außen kommt. So haben und hätten auch unsere Ahnen etwas, worauf sie, wenn sie es denn für existenziell halten sollten, stolz sein könnten. Wer aber unbedingten Wert auf einfache, verstaubte Wertvorstellungen legt, der sollte auf keine Metalkonzerte, der sollte lieber mit der CSU-Ortsgruppe aufs Oktoberfest fahren.

Lasst Euch gesagt sein: Ein Headbanger braucht keine Kameraden, keinen Gott und keine falschen Götzen an seiner Seite hat. Denn Bon Scott hat den Highway to Hell nur besungen. Aber gehen, gehen muss man ihn nicht.

Musik, Herr Kapellmeister!

“Alt wie ein Baum”; als Song na ja – als Ziel aber auch!

Montag, 17. März 2008

Bis vor wenigen Jahren hatte ich mir mein Altersdasein im Skizzenblock des Lebens in ungefähr so ausgemalt, dass ich, ergraut und übergewichtig, Tag für Tag von Sonnenauf-, bis zu dessen Untergang in der berühmtberüchtigten Sozialen Hängematte vor mich hin dösen werde, nur unterbrochen durch mein kräftiges Hinlangen in die tiefhängenden Äste des Rentenbaumes, um mir Bier, kubanische Zigarren und dick mit Serrano-Schinken belegte Baguetten zu pflücken. Doch seitdem Wirtschaftsweise und Politologen an nur jede erdenkliche Wand in ihrer Reichweite um die Wette den Teufel malen, welcher neuerdings auf den Namen Altersarmut hört, bin ich, was die Planungen in Bezug auf das eventuell letzte Viertel meines Lebens betrifft, nicht unbedingt von grenzenlosem Optimismus gezeichnet. Es macht einen als Arbeitnehmer ja auch nicht ohne Gnade vor Freude springen, wenn der ölige Rententraum platzt und nur die Fetzen des Ergrauens und des zu besseren Zeiten angefressenen Übergewichtes an den harten Wänden der Realität kleben bleiben. Doch sei an dieser Stelle allen Rentiers in spe angeraten, das geplante Erhängen und von hohen Häusern springen, wegen mit den Jahren mühsam angesparter Besitzlosigkeit, erst einmal weit vor sich her zu schieben, solange man sich nicht vollends sicher ist, ob er der Teufel Altersarmut mit Vornamen Absolut oder aber Relativ heißt. Denn zwischen absoluter und relativer Armut besteht ein gewisser Unterschied, der, wenn zwar nicht so groß wie zwischen Tag und Nacht, doch aber immerhin so stark ist, wie die Differenz zwischen Rikscha fahren müssen und mit der Rikscha gefahren werden. Oder, um es mal auf mein obig Ausgemaltes zu beziehen: absolute Altersarmut bedeutet, dass man, statt in der Stetigkeit einer Sozialen Hängematte zu ruhen, auf dem harten Boden von Strasse und Haustüreingängen erwachen wird, und das Pflücken von Bier, kubanischen Zigarren und mit Serrano-Schinken belegten Baguetten vom Rentenbaum ein schier Unmögliches ist, da dieser Baum nur noch in den Vorgärten von ehemals einkommensstarken Mitbürgern wächst; lateinische Bezeichnung Arbor riestera. Man lebt dann zwar mit Renteneintritt immer noch in einem der reichsten Länder der Welt, aber unter den Bedingungen der Dritten, quasi in seinem persönlichen Sierra Leone. Relative Altersarmut bedeutet indes, dass die Soziale Hängematte aus einem recht dünnem Strick gewebt ist, man also keinesfalls großen Sprünge darin machen kann, und dass die Früchte des Rentenbaumes nicht Bier, Zigarren und Schinkenbaguette heißen werden, sondern Leitungswasser, Selbstgedrehte und preisgesenktes Brot vom Vortag. Luxus wird wahrscheinlich anders buchstabiert. Ein Zustand aber, der Erhängen und von Häusern springen eben nicht unbedingt zwangsläufig notwendig macht, jedenfalls solange man Genügsamkeit zu seinen persönlichen Charakterstärken zählt, und eventuell schon lange Hippokrates Ausspruch “Wer stark, gesund und jung bleiben will, sei mäßig, übe den Körper, atme reine Luft und heile sein Weh eher durch Fasten als durch Medikamente!”, zueigen gemacht hat. Die Schuld an diesem mich dumm aus der Wäsche in die Zukunft gucken lassen ist indes auf viele Schultern verteilt, die da wären zum Beispiel kaum Sozialabgaben möglich machende Hungerlöhne und eine Alterspyramide, in welcher Demografen schon längst keine Pyramide mehr erkennen, als denn vielmehr einen den Generationenvertrag platt machenden Quader. Wer also heutzutage als 40jähriger in seinem Skizzenblock den eigenen Lebensabend verplant, dem empfehle ich, dabei auf allzu frohe Farben zu verzichten. Schwarz ist die Farbe der Saison. Und die der nächsten auch.