Kein Abschluss unter dieser Nummer
Ich selbst bin ja der Auffassung, dass der aufrechte Gang des Menschen erst ab einem gewissen Einkommensniveau wirklichen Sinn macht. Weil es Dank Verkaufspsychologen doch seit Erfindung des Supermarktes gang und gäbe ist, dass die preiswerteren Artikel in einem jeden Geschäft kontinuierlich nur in den untersten Regalen zu finden sind. Wer da über 1.90 misst, und beruflich seit vielen Jahren als Sozialfall tätig ist, der mag zwar rein körperlich über vieles hinweg sehen können. Leider beinhaltet dieses selbstredend auch die in unmittelbarer Nähe des Fußbodens stationierten Preiskracher, welche seinem finanziellen Status doch aber noch am ehesten gut zu Gesicht stehen würden. Und irgendwie ist ja auch logisch, dass die Produkte, welche nicht ohne Gnade gellend nach einer American Express Gold Card schreien, also die Dinge des täglichen Bedarfes im marginalen Bereich bis zu maximal einem Euro, immerfort ganz zuunterst zu finden sind, da doch die Majorität der Bevölkerung sowieso monetär schon seit längerer Zeit am Boden liegt. Auch der Begriff Sparfuchs kommt ja immerhin nicht von ungefähr, sondern verdankt seine Prägung dem Umstand, dass Füchse eben sehr kurze Beine haben. Was sie ebendarum dazu prädestiniert, in den unteren Ebenen der Warenpräsentationen auf Schnäppchenjagd zu gehen. Ob nun allerdings die Waren, welche nur wenige Zentimeter über dem Fußboden der Verkaufseinrichtung angeboten werden, qualitativ mit denen mithalten können, welche rein lagerungstechnisch weit über ihnen stehen, wage ich nicht zu beurteilen. Ich weiß nur, dass sich bei mir Zuhause auffallend weniger Dreck in Hüfthöhe befindet, als im Bereich meiner beiden Füße. Was im übrigen auch zur Folge hat, dass ich unseren Staubsauger, bei dessen fast schon unheimlich regelmäßiger Nutzung, nicht wie ein Maschinengewehr halte, sondern überwiegend mehr wie ein Minensuchgerät.
Meinen Staubsauger indes würde ich wohl wie ein Maschinengewehr halten, wenn mir Frau K. vom “Bonus Service” meines Mobiltelefonanbieters debitel vor die Staubsaugerdüse laufen würde. Weil diese eine mir vollkommen unbegreifliche Kühnheit zum Potpourri ihrer charakterlichen Eigenschaften zählt, welche nun dazu führte, mir im Namen der debitel AG per Post eine Zahnersatz-Zusatzversicherung aufschwatzen zu wollen. Dieses könnte man doch allenfalls als gewiss streng durchdacht bezeichnen, wenn einem durch häufiges Telefonieren mit dem Handy die Backenzähne ausfallen, die Füllungen explodieren, die Eckzähne abbrechen, und beim Einwählen in ein anderes Netz einem gar die Schneidezähne innerhalb nur eines zweiminütigen Gespräches bis auf die Grundmauern abfaulen würden. Bin ich auch das, was man einen Wenigtelefonierer nennt, so gab es dennoch bei mir nie Probleme mit den Zähnen, wenn ich eines meiner recht seltenen Gespräche führte. Nüsse, Kronkorken und die Schnitzel der betriebseigenen Kantine erwiesen sich bis zum heutigen Tage für mein Gebiss immer als viel desaströser als die Gespräche, welche ich über das Funknetz von debitel führte. Dies mag einerseits für die Damen und Herren Vorstände des betreffenden Mobilfunkunternehmens sehr tröstend sein, denn ausfallende Zähne beim Telefonieren lassen böse Zungen ganz schnell vom Skorbut des 21. Jahrhundert sprechen. Andererseits ist es für Frau K. nicht unbedingt die Steilvorlage zu einer großen Verkaufskarriere, denn prinzipiell misstraue ich Leuten, die strunzdumm und rotzfrech die Daten ihrer Kundschaft dazu benutzen, um jedweden Dreck an diese zu verscheuern zu versuchen. Denn während mein Gang aufrecht ist, so ist die Verkaufstrategie von Frau K. und Konsorten nur unterste Schublade.
Zwei Bedingungen, die, sofern als zeitgleich gegeben zu betrachten, selten zu einem Geschäftsabschluss führen.
26. Juni 2008 um 20:39
Skorbut musst ich googln, Vitamin C Mangel, Aha, Kann man(N) diesen Vetreterinnenin, ja nur an den Hals wünschen , mitsamt der ganzen anderen Armee von Telefonterroristen.
27. Juni 2008 um 5:11
Wer sich bei Aldi bückwarig bücken muss outet sich als allerunterste Sozialschublade.
(Hartz 35, mindestens)
Wer sich an der REWE-Theke für exotische Produkte bückwarig bückt outet sich dem nebenstehenden PorscheFahrer als “der muss sain 911er demnächst auch verkaufen”.
Da lächelt die Debitel-CallCenterAgentin charmant am Telefon.