Glasschaden
Gestern kam mir die Meldung in die immaterielle Quere, dass, wenn der Hippocampus in Arsch/im Eimer/kaputt sei, man sein Auto nicht mehr findet. Dies ist, sofern das schrottige Fuhrwerk mindestens 9 Jahre alt, und man dazu die Abwrackprämie fest im linken oder rechten Auge, für den nun von güldener Münze halbseitig Geblendeten immerhin ein fiskalischer Verlust von 2500 Euro. Und 2500 Euro sind – wenn man nicht gerade eine Bank, und darüber hinaus insolvent ist, und somit alle Vorraussetzungen erfüllt, um von Vater Staat satt Steuergelder in den Allerwertesten geschoben zu bekommen – nicht gerade ein Pappenstiel. Was allerdings ein Pappenstiel ist, entzieht sich lautlos meiner Kenntnis, und soll somit bei meinen Überlegungen keinerlei Rolle spielen. Außer eventuell die, dass “kein Pappenstiel” nur eine Floskel, eine Phrase ist, welche für Nebensächlichkeit, Bagatelle und Lappalie steht, ohne dass ich mir aber erklären könnte, warum ausgerechnet ein Stiel aus Pappe dafür herhalten muss. Ein Argument wäre vielleicht, dass, wenn man statt Pappenstiel Käseperlmutter sagen würde, kein Mensch mehr einen Zusammenhang, einen Sinn im Satzgefüge finden könnte. Zur Probe aufs Exempel: Und 2500 Euro sind – wenn man nicht gerade eine Bank, und darüber hinaus insolvent ist, und somit alle Vorraussetzungen erfüllt, um von Vater Staat satt Steuergelder in den Allerwertesten geschoben zu bekommen – nicht gerade eine Käseperlmutter. Dies klingt – bei allem Wohlwollen gegenüber der eigenen zur Feder greifenden Person! – als Aussage doch echt Scheiße. Und ergibt außer sprachlichen Stuhl eben keinerlei zu verstehenden Zusammenhang. Dagegen ist der gute alte “Pappenstiel” ein Bildnis, welches im Synonymwortschatz des deutschen Volkes, zwischen all dem anderen hell glänzenden Geschmeide aus Buchstaben und Satzzeichen, vollkommen zurecht vor sich hin glitzert. Ein Status, welche der Käseperlmutter in auch näherer Zukunft kaum möglich sein sollte, einen solchen jemals zu erreichen.
Nun ist der Hippocampus allerdings ein recht kleiner Bereich des menschlichen Gehirnes, mittig gelagert, und somit vor Schädigungen aller Art recht gut geschützt. Da muss man schon mächtig eins auf die Mütze bekommen, als dass der Hippocampus holterdiepolter die Flinte ins Korn wirft. Es bleibt einzig und allein die Möglichkeit der Teleportation, bei der, so hypothetische ich jetzt einmal vor mich hin, irgendein verrückter Wissenschaftler bei verantwortungslosen Versuchen hinter meterdicken Labortüren einen globigen Glasaschenbecher fehlteleportiert, und Zack! steckt der in Herrn Müllers Hippocampus! Dann ist der hochwahrscheinlich futsch. Der Hippocampus. Denn Glasaschenbecher sind des Menschen Hirnes größter Feind, jedenfalls, wenn sie aus dem Nichts heraus urplötzlich zentripetal im Kopf stecken.
Nun sehe ich in Gedanken diejenigen kräftig Haupt samt Haar schütteln, die in Sachen Forschung stets auf dem neuesten Stand, ganz egal, wie alt dieser auch ist, sind, und deshalb Teleportation nur für eine Mär whiskygetränkter Star-Trek-Autoren halten.
Doch ich erlaube mir zu beweisen, dass diese Mär längst beinharte Realität ist. Denn wie ließe es sich sonst erklären, dass die FDP, die ich hier ohne Angst vor staatsanwaltlichen Repressalien zu haben als den Sturmtrupp der über uns herein gebrochenen Finanzkatastrophe bezeichne, dass genau diese FDP sich über Umfragewerte von 18 Prozent Löcher in die gelbblauen Ärsche lachen darf, wenn nicht, für allesamt leider unsichtbar, klobige Glasaschenbecher in der befragten Wähler Köpfe stecken? Doofheit wäre auch eine Erklärung. Aber bei Weitem nicht so unterhaltsam.
23. April 2009 um 9:06
Äh, verdammt, wo habe ich meinen Glasaschenbecher hingestellt?
24. April 2009 um 8:56
In den quietschgelben Pollunder gewickelt ?
25. April 2009 um 21:29
und dann zusammen mit dem Käseperlmutter hinterm Kopierer versteckt?