Lezter Halt vor dem Sommerloch!
Es scheint, als habe sich die wirtschaftliche Krise aufs Wetter gelegt. Denn streng genommen haben wir seit dem 21. Juni 2009 Sommer. Noch strenger genommen seit dem 21. Juni 2009 um 07.45 Uhr in der Früh. Doch der Sommer 2009 scheint kein Frühaufsteher. Ganz im Gegenteil. Denn schaue ich in meinen aus der Brieftasche gezückten Kalender, sodann aus dem Fenster meines Wohnzimmers, und wiederum in meinen Taschenalmanach, so stelle ich fest, dass heute einerseits eindeutig der 10. Juli ist, andererseits sich aber vorm Fenster nicht die erwartete Affenhitze plus schwerer Schwüle tummeln, sondern dick ummantelte Frauen mit Schirmen, die sie jedoch nicht der gewaltigen Sonne wegen, sondern des vom tristen Himmel fallenden Regens wegen aufspannten. Und der Regen hat bei weitem nicht solch eine Temperatur, als dass er einen dazu einlädt, mit nackten Füßen in dessen Pfützen zu springen. Dieses tut am 10. Juli dieses Jahres nur, wer ein Immunsystem wie ein steierischer Stier hat. Oder sich keine Winterschuhe leisten kann.
Doch einerlei: heute punkt 15.15 Uhr begann mein mir per Arbeitsvertrag zugesicherte Jahresurlaub, was Krise und Wetter natürlich vollkommen kalt lässt, denn beides, wirtschaftliches Dilemma und klimatische Unpässlichkeit, haben sich noch nie darum gekümmert, wenn dem kleinen Mann im Urlaub Angina und dicke Mandeln drohen, und er sich nicht mal Halstabletten leisten kann. Als wäre die FDP nicht nur primärer Förderer der Finanzkrise, sondern hätte zudem ihre blaugelben Hände auch noch beim Wetter im Spiel. Nicht, dass dieses unter heutigen Umständen technisch möglich ist. Doch von ihrem neoliberalen Charakter her, da würde es passen wie Nudeln zu Tomatensoße. Denn als “Partei der Besserverdienenden”, da hat man es ja quasi im Wahlprogramm stehen, dass 28 Grad Celsius nur jenen Deutschen im Urlaub zustehen, die auch gleichsam im Lohngefüge im höheren Plusbereich zu Hause sind. Hautkrebs nur für überdurchschnittlich Verdienende, was als Trostpflaster sehr gering bemessen, da fürs Proletariat immerhin noch Schwindsucht und Vitamin-D-Mangel bleiben, weil Sonnenlicht sich selten in Kellerwohnungen verirrt.
Dies sind natürlich alles sehr billige Klischees, denn die meisten deutschen Arbeitnehmer sind weder schwindsüchtig, noch anfällig für Rachitis, auch wenn’s den Brüderle’s Niebel und Westerwelle nicht gefällt. Doch selbst ich als Thüringer Arbeitnehmer wohne nicht im Keller, sondern weit darüber, und Licht fällt, wenn auch nur spartanisch, so doch in ausreichender Menge in die Wohnung, so dass man es leichten Fußes und ohne Blindenhund von einem Zimmer ins andere schafft. Und die FDP ist natürlich keine Partei der Besserverdienenden, sondern nur eine Partei, die vorgibt, uns alle zu besser Verdienenden zu machen, den Slogan “Mehr Netto vom Brutto” als hartnäckiges Mantra auf den blutleeren Lippen, ohne auch nur ansatzweise zu erwähnen, dass der Unterschied zwischen Netto und Brutto nur dazu dient, den, wenn auch bereits brüchigen, so doch aber noch vorhandenen sozialen Frieden zu finanzieren.
Ohne wenn und aber allerdings würde ich mein Kreuz im September bei den Freier-Markt-Faschisten machen, wenn diese mir wahlverprechen, meinen nächsten Urlaub mit bundesdeutscher Sonne und ansprechenden Außentemperaturen zu verzieren. Ein Wetter, welches zum Urlaub passt, wie Nudeln zu Tomatensoße. Oder, da als Analogie schon verbraucht, wie Bockwurst zum Eintopf.
Es scheint, als habe sich die wirtschaftliche Krise nicht nur aufs Wetter gelegt.
(In eigener Sache: SOMMER(?)PAUSE!)
12. Juli 2009 um 1:00
schöne tage!
14. Juli 2009 um 16:06
“Almanach”…ist klar
24. Juli 2009 um 16:15
Aber nicht nach Lloret de Mar fliegen und Schweinegrippe mitbringen!
29. Juli 2009 um 23:10
Spread that swinish flu …!
30. Juli 2009 um 1:38
Und wenn du das Sommerloch triffst, benutz Kondome und erzähl um himmelswillen deiner Frau nichts davon….